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Politik in der Krisenfalle (Telepolis)

Kapitalismus am Scheideweg
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Mit der Zuspitzung nicht nur der Euro- und EU-Krise, sondern der weltweiten Krisendynamik erschallt immer lauter der Ruf nach der Benennung und Bestrafung der Schuldigen, die durch ihr Fehlverhalten diese ungeheuren Verwerfungen ausgelöst haben sollen. Je nach politischer und ideologischer... > mehr
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Mit der Zuspitzung nicht nur der Euro- und EU-Krise, sondern der weltweiten Krisendynamik erschallt immer lauter der Ruf nach der Benennung und Bestrafung der Schuldigen, die durch ihr Fehlverhalten diese ungeheuren Verwerfungen ausgelöst haben sollen. Je nach politischer und ideologischer Ausrichtung der öffentlich agierenden Akteure aus Politik und Massenmedien werden hierfür bestimmte Menschen- und Gesellschaftsgruppen verantwortlich gemacht. Tomasz Konicz grenzt sich in diesem Buch fundamental von diesem Populismus ab und rückt das kapitalistische System sowie dessen inhärente Widersprüche in den Fokus der Betrachtungen. Alle Beiträge in diesem Band, die jeweils einen anderen Aspekt von der Eurokrise über die Einschränkung der Demokratie, die Veränderung der Arbeitswelt oder die Suche nach Sündenböcken bis hin zur Endlichkeit der Ressourcen als der äußern Grenze des Kapitals und der Ästhetik der Krise aufgreifen, orientieren sich an einem systemischen Erklärungsansatz, der die Krise als eine Folge der Widersprüche darlegen soll, die dem kapitalistischen System eigen sind. Demonstriert wird damit auch, dass die marxistische Theorie auch weiterhin der Aufklärung der Verhältnisse dienen kann.Unsere Gesellschaft steht vor einer tief greifenden sozioökonomischen Umwälzung, die alle bisherigen Veränderungen der vergangenen Jahrzehnte in den Schatten stellen wird. In einer bevorstehenden Rationalisierungswelle gigantischen Ausmaßes werden viele Berufe und Tätigkeiten automatisiert werden, bei denen dies bis vor kurzem noch als unmöglich schien, da sie menschliche Denkarbeit und Wahrnehmungsfähigkeit voraussetzten. Die Erosion der kapitalistischen Arbeitsgesellschaft, die seit dem Beginn der Computerisierung der Produktion in den späten 70er Jahren vonstattengeht, wird mit diesem Automatisierungsschub eine ungeheure Beschleunigung erfahren. Gewissermaßen wird diese "Dritte industrielle Revolution" der Mikroelektronik und Informationstechnik erst jetzt ihren vollen Durchbruch erleben. Die verschiedenen, in rasanter Entwicklung stehenden Technologien und Organisationsformen werden in immer engere Wechselwirkung treten - und die gesellschaftlichen Strukturen radikal verändern.
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