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Technology Review Energie

Zeitschrift

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Highlights dieser Ausgabe:

  • Leitfaden Energiewende
  • Erneuerbare Quellen
  • Irrwege beim Energiesparen
  • Fossile Brennstoffe
  • Dokumentarfilm auf DVD
Sofort lieferbar

Anbieter:  Heise Zeitschriften Verlag
Sprache: Deutsch
EAN: 4018837000021
Veröffentlicht: 18.02.2013
  • • Was bedeutet das Comeback von Öl und Gas für die grüne Energie?
  • • Wann kommen die Erneuerbaren ohne Subventionen aus?
  • • Brauchen wir wirklich 3600 Kilometer neue Überlandtrassen?
  • • Sind auch schwimmende Windräder möglich?
  • • Wo sitzen die wirklichen Energiefresser im Haushalt?

Die Energiewende ist ein Jahrhundertprojekt - und wirft Fragen auf, von deren Antworten die wirtschaftliche und gesellschaftliche Zukunft Deutschlands abhängt. Technology Review hat die Fakten zu den 56 wichtigen Fragen recherchiert. Die Spezial-Ausgabe enthält zudem den 100-minütigen Dokumentarfilm "Leben mit der Energiewende" in einer aktualisierten, exklusiven Fassung.

Überblick

  • Großbaustelle ohne Masterplan
  • Streitgespräch: „Bis 2020 muss sich alles am Markt bewähren“

Fossile Brennstoffe

  • Das lange Leben von Öl und Gas
  • Haben wir Peak Oil wirklich erreicht?
  • Wie sicher ist der Umfang der neuen Öl-Vorkommen?
  • Wie knapp ist das Erdgas?
  • Wie beutet man die neuen Quellen aus?
  • Lässt sich Schiefergas umweltverträglich fördern?
  • Was bedeutet das Comeback von Öl und Gas für die grüne Energie?
  • Warum ist Erdgas so wichtig für die Energiewende?
  • Sollte man Gaskraftwerke staatlich fördern?

Wind- und Sonnenkraft

  • Kampf um die Kosten bei Windenergie und Sonnenkraft
  • Warum kommt die Windenergie nicht voran?
  • Sind andere Länder weiter als Deutschland?
  • Sind noch größere Windräder möglich?
  • Kann man auch schwimmende Windräder bauen?
  • Welche neuen Technologien können die Windkraft an Land voranbringen?
  • Warum protestieren so viele Bürger gegen Windparks?
  • Wie lassen sich Bürger von Windparks überzeugen?
  • Wie geht es mit der deutschen Solarindustrie weiter?
  • Welche Fortschritte gibt es bei Solarzellen?
  • Wie funktioniert ein Solarthermie-Kraftwerk?
  • Wann kommen die Erneuerbaren ohne Subventionen aus?
  • Ist die Direktvermarktung ein Ausweg aus der Subventionierung?

Stromnetze und Speicher

  • Konfliktlinien quer durch Deutschland
  • Wie groß ist der Speicherbedarf?
  • Welche Speicher kommen überhaupt infrage?
  • Was spricht für, was gegen Windgas?
  • Können wir in Deutschland weitere Pumpspeicherkraftwerke bauen?
  • Wie sinnvoll sind Speicher für privat erzeugte Sonnenenergie?
  • Wie funktionieren virtuelle Kraftwerke?
  • Kann ein Smart Grid Stromspeicher überflüssig machen?
  • Warum gibt es noch kein Smart Grid?
  • Brauchen wir wirklich 3600 Kilometer neue Überlandtrassen?
  • Warum brauchen wir ein Gleichstromnetz?
  • Können Erdkabel die Blockade beim Bau neuer Trassen lösen?
  • Gibt es eine einfache Alternative zu Freileitungen?

Verkehr

  • Suche nach dem Treibstoff
  • Warum kommt die Elektromobilität nicht voran?
  • Was tut sich in der Batterieforschung?
  • Ist Wasserstoff doch die bessere Alternative?
  • Welche Quellen eignen sich für Biokraftstoffe?
  • Ist derzeitiger Biosprit wirklich so schädlich wie behauptet?
  • Lässt sich Biosprit herstellen ohne Nahrungsmittel zu verwenden?
  • Wie können Verbrennungsmotoren sparsamer werden?
  • Welche Fortschritte sind beim Hybrid-Antrieb möglich?

Energie sparen

  • Weniger verbrauchen
  • Wo sitzen im Haushalt die Energiefresser?
  • Lässt sich mit Smart Metern Energie sparen?
  • Wie sicher sind Smart Meter?
  • Wie gut sind moderne Energiesparlampen?
  • Sind LEDs wirklich besser als Energiesparlampen?
  • Wie weit ist die OLED-Technologie?
  • Wie sinnvoll ist Wärmedämmung?
  • Was ist beim Dämmen wichtig?
  • Unternimmt die Industrie genug, um Energie zu sparen?
  • Welche Einsparideen existieren für Supermärkte?
  • Wie lassen sich Bürogebäude auf Diät setzen?
  • Wie viel lässt sich durch neue Elektroantriebe in der industriellen Fertigung einsparen?

Atommüll

  • Das Erbe des Atomzeitalters
  • Lässt sich der Zerfall von Atommüll beschleunigen?
  • Haben wir in Deutschland den passenden Untergrund für ein Atommüll-Lager?
  • Muss die Asse wirklich ausgeräumt werden?
  • Wie ist ein Castorbehälter aufgebaut?

zum Heft

  • Editorial
  • Video-DVD
  • Impressum
  • Froitzelei

Liebe Leserinnen und Leser,


längst hat die Energiewende ein Stadium erreicht, das keinen mehr kaltlässt. Während noch vor wenigen Jahren Energieexperten darüber klagten, wie wenig Interesse die Öffentlichkeit ihrem so wichtigen Thema entgegenbringe, dürften sie sich inzwischen manchmal wünschen, mehr Ruhe zu haben. Doch diese Zeiten sind endgültig vorbei. Das ist gut so. Schließlich wirft das Jahrhundertprojekt jede Menge Fragen auf, und die Antworten bestimmen darüber, welchen Preis Deutschland für sein Vorhaben am Ende bezahlt – sowohl finanziell als auch gesellschaftlich. Wie heftig selbst Experten über die Fragen diskutieren, geht aus unserem Streitgespräch ab Seite 14 hervor.


Darüber hinaus zeigt es: Wer nach Antworten sucht, verliert sich oft im Labyrinth aus Argument und Gegenargument. Um das Dickicht zu lichten, haben wir die Fakten zu 56 wichtigen Fragen recherchiert: Was bedeutet beispielsweise das Comeback von Öl und Gas für die grüne Energie? Wann kommen die Erneuerbaren ohne Subventionen aus? Und brauchen wir wirklich 3600 Kilometer an neuen Überlandtrassen? Die Antworten finden Sie in diesem Heft.

Eine Frage allerdings können wir nicht klären: Zu welchem Preis gelingt die Wende? Sicher ist nur, dass hektische Eingriffe das Projekt nicht einfacher machen. Ob es sich um plötzliche Kürzungen für die Solarbranche oder mögliche Subventionen für nicht ausgelastete Gaskraftwerke handelt – viele Maßnahmen und Vorhaben der Politik sind so überstürzt, dass sie mehr Fragen aufwerfen als Antworten liefern.


Die gute Nachricht ist immerhin: Große Investoren sehen den Aktionismus mittlerweile gelassen. „Im Schnitt ändern sich die Regeln zweimal pro Jahr“, sagte mir kürzlich der Geschäftsführer eines Wagniskapital-Fonds für grüne Technologien. „Wer sich danach ausrichtet, kommt nicht mehr hinterher. Wir setzen stattdessen auf den langfristigen Trend.“ Und der zeigt Richtung Wind- und Sonnenenergie.


Ich begrüße Sie in unserem Leitfaden zur Energiewende.


Ihr

Robert Thielicke

    Auf der Heft-DVD:


    Leben mit der Energiewende


    Der Film

    Für seinen Dokumentarfilm unternahm TV-Journalist Frank Farenski eine Reise durch Deutschland zu den Pionieren der Energiewende.

    Die DVD enthält eine aktualisierte, exklusive Fassung der Kinoversion.


    „Energieautark zu sein macht Spaß“


    Der Fernsehjournalist und studierte Betriebswirt Frank Farenski (46) drehte den Dokumentarfilm „Leben mit der Energiewende“. Es ist das Porträt einer Zukunft geworden, in der jeder sich selbst mit Strom versorgen kann.


    TR: Ihr Film zeigt eine schöne heile Energiezukunft, in der jeder seinen Strom selbst herstellt. Glauben Sie wirklich daran?


    Frank Farenski: Natürlich. Die Leute steigen doch schon jetzt aus der zentralen Energieerzeugung aus. Sie setzen sich eine Photovoltaikanlage aufs Dach und zahlen damit weniger für den Strom als ihr Energieversorger berechnet. In dem Film rechnet es ein mittelständischer Solaranlagen-Hersteller vor. Er kommt auf 15 Cent pro Kilowattstunde. Wir haben also heute schon Netzparität.


    ...die aber doch Augenwischerei ist. Würde der Hausbesitzer sich tatsächlich vom Netz abkoppeln, säße er nachts im Dunkeln. Er braucht also zusätzlich Stromspeicher, und die sind teuer.


    Das stimmt. Zuschauer haben ausgerechnet, dass inklusive Speicher der Preis auf 30 Cent steigen würde. Allerdings verlangen auch die Stromversorger immer mehr, inzwischen doppelt so viel wie vor zehn Jahren. Die EEG-Umlage macht hierbei nur einen kleinen Teil aus, der eigentliche Grund sind steigende Brennstoffkosten. 2004 zahlte Deutschland für den Import von Öl, Erdgas und Kohle 35 Milliarden Euro. 2012 waren es bereits 95 Milliarden Euro – ohne dass wir mehr eingeführt hätten. Für die EEG-Umlage zahlen wir nur 20 Milliarden Euro und bekommen zudem etwas dafür, nämlich einen 25-prozentigen Anteil Erneuerbare. Ich habe bei vielen Menschen gedreht, die sich zu 70 Prozent, manche sogar zu über 90 Prozent mit Strom selbst versorgen. Die rechnen nicht den Preis einer Kilowattstunde nach. Sie wollen einfach energieautark sein, weil es ihnen Spaß macht.


    Große Industriebetriebe können ihren zum Teil gigantischen Bedarf aber wohl kaum mit Solarzellen auf dem Dach decken. Woher sollen sie ihren Strom beziehen?


    Natürlich brauchen wir stabile Stromnetze und Kraftwerke, die gleichmäßig eine planbare Menge an Elektrizität produzieren, also Must-run-Kapazität bereitstellen. Darüber hinaus aber gibt es das Konzept der virtuellen Kraftwerke. Dezentrale Anbieter handeln mit Elektrizität, die bei ihnen gerade im Überschuss anfällt und verteilen so regional Strom. Das Karlsruher Institut für Technologie hat dazu bereits eine Software entwickelt und an einem Straßenzug ausprobiert. Da rechnet jeder mit seinem Nachbarn direkt ab. Leider verhindern gesetzliche Vorgaben den Einsatz des Programms. Es ist verboten, im lokalen Verteilernetz mit Strom zu handeln. Das geht nur im Fernleitungsnetz.

    Der Radius eines lokalen Netzes ist aber doch viel zu klein. Wenn in Stuttgart Windstille herrscht, bläst 50 Kilometer weiter noch lange kein Sturm. Gerade bei einer Versorgung mit Erneuerbaren muss Strom großflächig erzeugt und über weite Strecken transportiert werden – etwa von der Nordsee nach Baden-Württemberg. Wenn aber jeder auf Selbstversorgung setzt, bezahlt keiner mehr die Leitungen.


    Würden wir die Stromversorgung dezentral organisieren, wären viele Fernleitungen unnötig. Was wir an großen Trassen darüber hinaus neu errichten und betreiben müssen, ist für mich eine öffentliche Infrastruktur-Aufgabe. Genauso wie in einigen anderen Bereichen auch sollten wir die Energieversorgung nicht über ökonomische Mechanismen regeln.


    Den Stromkonzernen geben Sie in dem Film nicht die Möglichkeit, sich zu äußern. Warum?


    Ihre Position ist ja bekannt, die muss ich nicht zum x-ten Mal nacherzählen. Außerdem glaube ich, dass die wirklichen Akteure gar nicht mehr die Großen sind, sondern die Kleinunternehmer und Mittelständler. Die Situation ist vergleichbar mit der Anfangszeit des Automobils. Dessen Entwicklung ging ebenfalls nicht von Großkonzernen aus. In einem Punkt haben die Kritiker des Films allerdings recht: Ich gehe nicht auf die Kehrseite einer dezentralen Versorgung mit sauberem Strom ein. Damit sie funktioniert, müssen wir 30 bis 50 Prozent weniger Energie verbrauchen als heute.


    Hatten Sie Angst, die Zuschauer zu verschrecken?


    Die Menschen wollen es nicht wirklich hören, das stimmt. Ich glaube allerdings, dass wir bei diesem Thema gar keine moralisch aufgeladene Verzichtsdiskussion führen müssen. Das Verhalten ändert sich mit steigenden Energiepreisen fast von allein.


    Wie sieht es bei Ihnen aus? Wie weit ist Ihre private Energiewende?


    Ich bin Mieter. Aber dem Besitzer meines Hauses in Gütersloh habe ich vorgeschlagen, sein Dach zu mieten, um darauf eine Solaranlage zu installieren. Er war einverstanden. Dann hat er jedoch meinen Film gesehen und gesagt: Das Dach kriegst du nicht. Ich mache es selbst.


    Interview Robert Thielicke

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