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"Frau Wirtin ist jetzt indiziert". Der Erotika-Verleger Karl Schustek im Visier der Staatsanwaltschaft in den 1960er Jahren

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Bachelorarbeit aus dem Jahr 2012 im Fachbereich Buchwissenschaft, Note: 1,3, Ludwig-Maximilians-Universität München (Buchwissenschaft), Sprache: Deutsch, Abstract: "Ich will mit dieser Publikation beweisen, daß etwas zwar eine Schweinerei sein kann, aber dennoch nicht unsittlich. Diese Verlagsarbeit […] ist ein Teil meines Kampfes gegen ...
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Bachelorarbeit aus dem Jahr 2012 im Fachbereich Buchwissenschaft, Note: 1,3, Ludwig-Maximilians-Universität München (Buchwissenschaft), Sprache: Deutsch, Abstract: "Ich will mit dieser Publikation beweisen, daß etwas zwar eine Schweinerei sein kann, aber dennoch nicht unsittlich. Diese Verlagsarbeit […] ist ein Teil meines Kampfes gegen Verlogenheit und Heuchelei." Karl Schustek, Erotika-Verleger aus Hanau, fügte sich mit der Herausgabe der beiden Verssammlungen "Das Wirtshaus an der Lahn. Ein Volkslied" und "Bonifatius Kiesewetter. Moralgedichte" in eine lange Reihe von Veröffentlichungen erotischer Literatur ein, welche sich Jahrhunderte lang immer wieder der Verfolgung ausgesetzt sah. Erotische Werke wirkten aufbegehrend, brachen Tabus und enthüllten tradierte restriktive Moralvorstellungen und die Doppelmoral, die in weiten Kreisen der Gesellschaft herrschte. Wenn sie sittliche Normen verletzten, wurde ein Verbot gegen sie ausgesprochen, Autoren, Verleger und Buchhändler mussten sich vor Gericht verantworten. Auch in der Zeit der 1960er Jahre gab es trotz Demokratisierung und der erneuten Abschaffung der Zensur weiterhin juristische und soziologische Vorbehalte gegen erotische Literatur. Mit der Einsetzung des „Gesetz über die Verbreitung jugendgefährdender Schriften“ (in Folge als GjS) vom 9. Juni 1953 und der Neugründung der darin vorgesehenen „Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften“ (in Folge BPS) hatte sich die junge Bundesrepublik Instrumente geschaffen, gegen unzüchtige und unsittliche Literatur vorzugehen. Dabei war und ist bis heute die Bewertung eines Werkes stets eng verknüpft mit dem politischen und kulturellen Klima. Doch die 1960er Jahre waren auch eine Zeit des Umbruchs, gesellschaftlich und dementsprechend auch in der Rechtsprechung. Grundsatzurteile legten liberalere Prämissen für den Umgang mit erotischen Werken an und drängten die überkommene Moralauffassungen der sexuellen Repression zurück.Anhand der historischen Rekonstruktion der Indizierung der erotisch-folkloristischen Sammelschriften "Das Wirtshaus an der Lahn" und "Bonifatius Kiesewetter", die 1965 im Hanauer Verlag Karl Schustek erschienen, und dem daraus resultierenden Verfahren soll es Ziel dieser Arbeit sein, die Indizierungspraxis der BPS zu beleuchten, um herauszufinden, wie Kleinverleger wie Schustek rechtlich belangt worden waren und welche Maßnahmen der Verleger unternahm, um gegen die Folgen der Indizierung vorzugehen oder sie sogar zu unterwandern.
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