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iX 06/2010

Zeitschrift

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Highlights dieser Ausgabe:

  • Profi-Netbooks
  • Xen 4
  • TeamViewer 5
  • WLAN-Access-Point
  • Datenbanken für Petabytes
Lieferung: 10-14 Tage
Anbieter: Heise Zeitschriften Verlag
Sprache: Deutsch
EAN: 4038858084121
Veröffentlicht: 17.06.2010
  • Titelseite

    • 1 Die neuen Profi-Netbooks

  • Editorial

    • 3 Fallobst

  • Inhalt

    • 4 Inhaltsverzeichnis

  • Leserbriefe

    • 6 Leserbriefe

  • Markt + Trends


    • 10 Sensible Maschinen
    • 13 Feierstimmung
    • 14 Industrielle IT
    • 16 Gewinnen und verlieren
    • 18 Systeme
    • 20 Mobility
    • 21 Business-Software
    • 22 Linux
    • 23 Hardware/Embedded Systems
    • 24 Sicherheit
    • 25 Systemmanagement
    • 26 Identitätsverlust
    • 28 World Wide Web
    • 29 Beruf
    • 30 Softwareentwicklung
    • 32 Recht
    • 34 Standardsoftware
    • 36 Kurskorrekturen

  • Titel

    • 40 Taschenrechner
    • 52 Netjobber

  • Review

    • 60 Auferstanden von den Toten
    • 64 Locker verbunden
    • 76 Angesicht
    • 79 Fernwerke
    • 82 Richtig eingeordnet
    • 86 Zurück auf Los
  • Report

    • 88 Zahltag
    • 92 Großraumspeicher
    • 97 Privilegiert und gefährlich
    • 102 Nahsicht
    • 105 Übertragbar

    • Wissen

      • 108 Gedämpfte Schritte
      • 116 Cluster, die dritte
      • 121 Harte Diät

    • Praxis

      • 124 Oper im Blick
      • 131 Vertrauensbeziehung
      • 134 Offene Beziehung
      • 142 x Displays
      • 146 Leitungsplaner
      • 151 Kartonage

    • Medien

      • 152 Von innen
      • 153 Vor 10 Jahren: Die Sache mit den Indern
      • 154 Mehr KBytes
      • 155 JavaServer Faces 2.0
      • 155 PowerPoint
      • 156 Der Geek-Atlas

    • Impressum

      • 161 Impressum

    • Vorschau

      • 162 Vorschau

    Fallobst


    Von der hellen zur dunklen Seite der Macht ist es manchmal ein langer Weg, an dessen Ende ein kleiner Schritt steht. Im Fall von Apple war dieser Schritt eine neue Klausel in den Lizenzbedingungen für iPhone-Entwickler: Sie dürfen ab April Programme für mobile Plattformen nur noch in bestimmten Sprachen schreiben, wenn sie sie im iTunes-Shop anbieten wollen. Erlaubt sind C, C++, Objective-C und (für Webanwendungen) JavaScript. Unzulässig ist Code, der ursprünglich in einer anderen Sprache geschrieben und dann mit einem passenden Werkzeug in eine der erlaubten gewandelt wurde. Dahinter steckt nicht nur Steve Jobs’ möglicherweise verständliche Abneigung gegen Flash. Es handelt sich auch um eine klare Absage an das freie MonoTouch, das für Microsofts .Net geschriebene Programme in Objective- C wandelt, sowie an jedes andere Softwarewerkzeug außerhalb von Apples Welt.


    Motiv für all das ist vorgeblich das Wohlergehen der Kunden. Flash sei veraltete, proprietäre, instabile und ressourcenfressende Technik, verkündete Jobs in einem Blogbeitrag. C ist knapp 40 Jahre alt, C++ bekannt für seinen Ressourcenhunger und Objec - tive-C außerhalb von Apple praktisch nicht existent. Vermutlich meinte Jobs: „Wenn schon veraltet, proprietär und ressourcenfressend, dann wenigstens von uns.“ Selbst die Wahl einer genehmen Programmiersprache schützt jedoch nicht vor Eingriffen Apples: Stern und Bild dürfen in ihren iPhone-Apps keine „anstößigen“ Inhalte zeigen. Das ist nach bisheriger Praxis alles, was einen Kartoffelfarmer in Idaho erröten lassen könnte.


    Man stelle sich vor, Microsoft, IBM oder Oracle machten Entwicklern und Kunden für ihre Plattformen derartige Vorgaben: Es gäbe nicht nur heftige Aufregung in der Open-Source- Gemeinde, sondern auch die euro - päischen Wettbewerbshüter würden aufmerksam. Von beidem ist bislang nichts zu hören. Angeblich haben immerhin die US-Kartellbehörden wegen der neuen Lizenzbestimmungen eine Voruntersuchung eingeleitet.

    Apple jedoch lebt seit Jahren von dem Ruf, zu den Guten zu gehören: klein und fein, bedienerfreundlich und sicher, teuer, aber solide. Davon stimmen höchstens noch teuer und bedie - nerfreundlich. Apples Börsenwert ist inzwischen fast so groß wie der Microsofts, von „klein“ kann also keine Rede mehr sein. „Fein“ ist der Umgang mit Partnern im iTunes-Store nicht: Anwendungen werden ohne Begründung abgelehnt, Änderungen nach Apple-Gusto erzwungen. Und wer den Berichten in Foren oder Newsgroups folgt, weiß um die Klagen über vorzeitig und häufig ausfallende Hardware. Dass die Software aus Cupertino nicht besonders „sicher“ ist, demonstrieren unabhängige Hacker immer wieder.


    Angesichts der zunehmenden Gängelung seiner Kunden (wir entscheiden, welche Software es für dich gibt) und Entwickler (wir entscheiden, was du in welcher Sprache schreiben darfst) gibt es keinen Grund mehr, Apple anders zu behandeln als jedes andere Oligo- oder Monopol. Wie wäre es also mit einem Auswahlbildschirm für die gewünschte Programmiersprache in der einzigen iPhone-Entwicklungsumgebung XCode? Ganz vorne sollten dort C# und Java stehen.

    Christian Kirsch

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