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iX 07/2010

Zeitschrift

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Highlights dieser Ausgabe:

  • Mehr Hits für die Website
  • Mail zentral verschlüsseln
  • Air-2.0-Tutorial
  • Android 2.2
  • Mainframe auf dem PC
Lieferung: 10-14 Tage
Anbieter: Heise Zeitschriften Verlag
Sprache: Deutsch
EAN: 4038858084138
Veröffentlicht: 15.07.2010
  • Titelseite

    • 1 Mehr Hits für die Website

  • Editorial

    • 3 Daten im Schmutz

  • Inhalt

    • 4 Inhaltsverzeichnis

  • Leserbriefe

    • 6 Leserbriefe

  • Markt + Trends

    • 10 Rein in die gute Stube
    • 12 Morgenröte
    • 13 Unter Mühen
    • 14 Echte Echtzeit
    • 15 Unter Droiden
    • 16 Neue Wege
    • 17 Ich-AG
    • 18 Bestandsaufnahme
    • 19 Pünktlich
    • 20 Veranstaltungen/Wirtschaf
    • 22 Webservices
    • 24 Gebotenes Maß
    • 26 Mobility
    • 28 Hardware
    • 29 Grafik/Multimedia
    • 30 Datenbanken
    • 30 Standardsoftware
    • 31 Systemmanagement
    • 32 Systeme
    • 34 Open Source
    • 35 Rundum erneuert
    • 36 World Wide Web
    • 38 Embedded Systems
    • 38 Sicherheit
    • 40 Softwareentwicklung
    • 42 Recht
    • 44 Beruf
    • 44 Business Software
    • 46 Magere Zeiten

  • Titel

    • 48 Bausch und Bogen
    • 53 Zielführend
    • 59 Gezieltes Vorgehen
  • Review

    • 64 Erfrischend
    • 68 Fastalleskönner
    • 74 Plattenprotektion

    • Report

      • 78 Mit Ecken und Kanten
      • 84 Waterworld
      • 90 Geheimniskrämerei
      • 96 Privatissime
      • 100 Ich muss erfinden
      • 102 Weggenommen
      • 104 Noch keine Ausschüttung

    • Wissen

      • 108 Zugriff unerwünscht
      • 111 Butterfly-Effekt

    • Praxis

      • 116 Aus dem Web gegriffen
      • 121 MS iPhone 1.0
      • 127 Reanimiert
      • 133 DOStalgietrip
      • 134 Blog mit Bleifuß
      • 140 Virtuell und zuverlässig

    • Medien

      • 148 Interior Design
      • 149 Vor 10 Jahren -- die andere Hälfte des Himmels
      • 150 Mehr KBytes
      • 151 Erlang Programming
      • 151 The Book of Xen
      • 152 Pro JPA 2

    • Impressum

      • 161 Impressum

    • Vorschau

      • 162 Vorschau

    Daten im Schmutz


    Vor 145 Jahren setzte sich das Ver - einigte Königreich von Großbritannien und Irland erfolgreich gegen eine unheimliche neue Technik zur Wehr, indem es ein Gesetz namens „Red Flag Act“ einführte. Jedem Kraftfahrzeug auf der Straße, etwa einem Dampfbus, musste ein Fußgänger gemächlichen Schrittes vorangehen und andere Verkehrsteilnehmer durch Schwenken einer roten Fahne vor dem zischenden und fauchenden Ungetüm warnen. Die aus heutiger Sicht bizarr anmutende Vorschrift hatte zur Freude von Eisenbahnern und Pferdezüchtern drei Jahrzehnte lang Bestand. Während sich die Briten also mit dem Schaufeln von Kohlen und Pferdemist begnügen mussten, ent wickelten sich auf dem Kontinent neue Industrien und ein enormer Technologievorsprung.


    Der Argwohn gegenüber Neuerungen ist menschlich, besteht bis heute und steigt mit ihrer Tragweite. Keine Flaggen-, aber umso mehr Bedenkenträger bauen sich dieser Tage vor Google auf, so viele, dass das Unternehmen mit der wohl größten Datensammlung überhaupt notgedrungen den vorläu - figen Stillstand über seine gesamte Street-View-Flotte verhängt hat. Die Liste der Bedenken gegen den faszinierenden neuen Internetdienst wächst laufend – eine Auswahl: Das Kamerastativ ist so lang, dass die Aufnahmen möglicherweise nicht von der sogenannten Panoramafreiheit gedeckt sind, die das Veröffentlichen von Aufnahmen „ohne Hilfsmittel“ erlaubt (dann dürfte man übrigens auch kein Bild publizieren, das in einem Doppelstockbus entstand). Personen könnten trotz Gesichtsverpixelung erkennbar sein. Google hat Häuser mit Lasern gescannt, WLANs erfasst und bei der Gelegenheit sogar deren Datenverkehr mitgeschnitten, der teilweise im Klartext lesbar ist.

    Google ist beim Einsammeln der Daten sicher übers Ziel hinausgeschossen, gibt dies auch zu und kooperiert bei der Aufarbeitung. Aber das fahrlässige oder sogar gezielte Weiter - geben vertraulicher Daten kann man dem Suchmaschinenbauer eben nicht vorwerfen. Andere verlieren USBSticks oder versteigern auf eBay Festplatten mit brisantem Inhalt. Oder drucken Patientendaten aus und werfen sie in einen frei zugänglichen Altpapiercontainer. Oder platzieren private Mitgliederdaten auf unsicheren Servern, wo findige Websurfer nur zugreifen müssen. Oder geben sogar mit voller Absicht persönliche Daten inklusive Bankverbindung an Drückerkolonnen weiter.


    Trotz der enormen Mengen an Daten – auch persönlicher, etwa in Form von E-Mails – ist Google anscheinend noch nie eine derartige „Datenpanne“ unterlaufen. Datenschützer sollten Google eigentlich dankbar für einen so hohen Standard sein. Und dafür, dass endlich mal wieder jemand auf die Gefahren aufmerksam gemacht hat, die das Versenden unverschlüsselter E-Mails über offene WLANs birgt. Was aus Street View in Deutschland wird, steht nun erst einmal in den Sternen. Google hofft, „dass der Starttermin noch im Jahr 2010 liegt“. Schön wär’s.

    Bert Ungerer

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