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iX 12/2010

Zeitschrift

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Highlights dieser Ausgabe:

  • Firmen-Laptop privat benutzen
  • Ext4 ante portas
  • Windows Phone 7
  • DNSSEC
  • Profilmigration von XP nach Windows 7
Lieferung: 10-14 Tage
Anbieter: Heise Zeitschriften Verlag
Sprache: Deutsch
EAN: 4038858084183
Veröffentlicht: 18.11.2010
  • Titelseite

    • 1 Ein Laptop für alles

  • Editorial


    • 3 Nach Larry die Sintflut
  • Inhalt

    • 4 Inhaltsverzeichnis

  • Leserbriefe

    • 6 Leserbriefe

  • Markt + Trends

    • 8 Alles in einem
    • 10 Security-Messe
    • 12 Offen für alles
    • 13 Über den Wolken
    • 14 Neue Wege
    • 14 Potenziale
    • 16 Hochrechnung
    • 16 Widerspruch
    • 17 Agil arbeiten
    • 18 Open Source
    • 22 Softwareentwicklung
    • 24 Kommunikation
    • 26 Cloud Computing
    • 28 HPC/Systeme
    • 30 Hardware
    • 32 Embedded Systems
    • 32 Sicherheit
    • 35 Standardsoftware
    • 36 Recht
    • 38 World Wide Web
    • 39 Business-Software
    • 40 Beruf
    • 40 Systemmanagement
    • 41 ITK-Markt zieht kräftig an

  • Titel

    • 44 Zwiespalt
    • 52 Doppelfall
  • Review

    • 58 Komfort-Kacheln
    • 62 Supertabellen
    • 68 Ideenfabrik
    • 74 Schnelle Umsetzung

  • Report

    • 80 Federleichte Diener
    • 84 Versiegelt
    • 90 Vergiss mein nicht
    • 98 Rechtsrahmen

  • Wissen

    • 102 Vielarmig
    • 106 Aufguss
    • 110 Das Beste zum Schluss

  • Praxis

    • 116 Erdverbunden
    • 122 Übergemalt
    • 123 Das erste Web
    • 128 Elefantenbiene
    • 132 Ausrollgehilfe
    • 137 Dreierpack

  • Medien

    • 142 Von diesem Stern
    • 143 Vor 10 Jahren: tödliche Datenbanken
    • 144 Mehr KBytes
    • 146 Mehr Erfolg durch Web Analytics
    • 146 Web Analytics
    • 147 iPhone 3D Programming

  • Impressum

    • 153 Impressum
  • Vorschau

    • 154 Vorschau

Nach Larry die Sintflut


Offenbar braucht die IT-Branche immer einen Bösewicht. Vor Jahrzehnten spielte IBM diese Rolle, es folgte Microsoft. Vielleicht gefällt es Larry Ellison nicht, dass in irgendeinem Bereich jemand besser ist als er. Vielleicht geht es auch nur um Geld. Was auch immer die Motive, in einem knappen Jahr seit der Sun-Übernahme brachte es Oracle vom Mitspieler zum führenden Fiesling noch vor Microsoft. Dazu haben viele kleine Ereignisse beigetragen, von denen keines für sich einen besonders schlechten Eindruck hinterließ. Alle zusammengenommen jedoch zeichnen das Bild eines Unternehmens, das den Höhepunkt überschritten hat und sich fröhlich ins Abseits bewegt.


Da ist der Umgang mit OpenSolaris: Erst verweigerte Oracle jede Kommunikation mit dessen Entwicklern. Einem schließlich verabredeten virtuellen Treffen blieb Ellisons Abgesandter ohne Angabe von Gründen fern. Das darauf ausgesprochene Ultimatum der OpenSolaris-Lenkungsgruppe wurde ignoriert, sodass ihr nichts übrig blieb, als sich aufzulösen. Inzwischen gibt es OpenSolaris nur noch außerhalb von Oracle.


Da ist die Unruhe um Java: Sein Vater James Gosling verlässt Oracle, das Unternehmen verklagt Google wegen Patent- und Urheberrechtsverletzungen im Zusammenhang mit Android. Monatelang bleibt die Java-Roadmap unklar, und nun soll es in Zukunft neben der frei verfügbaren eine kostenpflichtige „Premium“-JVM geben.


Da ist das Desinteresse an OpenOffice: Auf der Oracle OpenWorld, immerhin einer Veranstaltung mit über 40 000 Teilnehmern, fanden Vorträge dazu in abgelegenen Hotel-Kabuffs statt. Neuigkeiten wie eine Cloud-Version der Bürosuite waren keine offizielle Mitteilung wert. Als sich angesichts des demonstrativen Ignorierens eine „Document Foundation“ gründete, zwang Oracle deren Mitglieder, sich aus der OpenOffice-Führung zurückzuziehen. In der Folge verließen über 30 Entwickler das Projekt und schlossen sich der „LibreOffice“-Gruppe an, die die Software ohne kommerzielle Einflussnahme weiterentwickeln will.

Da ist der Druck auf die Kunden: Wartungsbedingungen für die Oracle-Datenbank werden ebenso verschärft wie die für Solaris und MySQL. Erstmals seit Jahren sieht sich die Deutsche Oracle-Anwendergruppe veranlasst, die Firma öffentlich zu kritisieren.


Da ist die Enttäuschung bei Mitarbeitern: Neben James Gosling hat Suns Open-Source-Apostel Simon Phipps Oracle verlassen, fast das gesamte Team des MySQL-Forks Drizzle um Brian Aker ist fort, ebenso Bryan Cantrill, Entwickler des DTrace-Tools, und der ZFS-Guru Mike Shapiro. Gegangen sind der bei Sun für Cloud Computing Zuständige Lew Tucker, der für Spiele Verantwortliche Chris Melissinos, gleichfalls etliche MySQL-Entwickler und -Manager.


Und da ist die Öffentlichkeitsarbeit – besser gesagt, deren Abwesenheit. Presseanfragen ignoriert Oracle-Deutschland ganz oder antwortet mit „Kein Kommentar“. Testgeräte gibt es prinzipiell nicht. Mitarbeiter des Unternehmens versuchen inzwischen, direkt Kontakt zu Medien aufzunehmen und verrichten auf eigene Faust Pressearbeit. Dabei ist der Frust deutlich zwischen den Zeilen zu lesen.


Bekanntlich lebt man ungeniert, ist der Ruf ohnehin ruiniert. Fraglich jedoch, wie lange man sich die Ungeniertheit leisten kann, wenn Entwickler, Kunden, Mitarbeiter und Medien dabei auf der Strecke bleiben.

Christian Kirsch (ck)

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